Text:

|

Fotos: Dirk Mangartz | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

|


Eine Garage Für Klassische Motorräder

Anzeige
NOX 2026

Erinnerungen an Fredy – oder: Wie ein rüstiger Rentner sich mitten im Ruhrpott eine komfortable Garage geschaffen hat.

Irgendwo im Norden der Arbeiterstadt Duisburg, zwischen türkischer Bäckerei und renovierungsbedürftigen Mietshäusern befand sich der Eingang zu Fredys kleinem Paradies. Als sich das schwere Stahltor öffnete, fiel der Blick sofort auf eine verglaste Halle, in der mindestens fünfzehn klassische Motorräder aufgereiht waren. Dahinter eine riesige Werkstatt, weitere Garagen … 

Irgendwo in Duisburg

»Tach«, begrüßte uns der rüstige Motorradmann. »Dann kommt ma rein.« Den großzügigen Hof samt 250 Quadratmetern Garage, Halle und Schuppen im Herzen des Duisburger Stadtteils Hamborn bewirtete der Rentner seit Anfang der Achtziger Jahre. Bis 1991 betrieb Fredy eine Motorradwerkstatt.

»Kein Straßenmotorrad kommt näher an eine GP-Maschine«: Absolutes Lieblingsbike des Duisburgers war immer die Suzuki RG 500 Gamma

Damals hat er Honda, Benelli, Malaguti und Simson verkauft und repariert. Nachdem er seinen Laden aufgegeben hatte, konnte er sein privates Imperium mit Drehbank, Schleifmaschinen und der kompletten Ladenausstattung bestücken. »Musst du haben, wenn du vernünftig arbeiten willst«, erklärt uns Fredy, wie er alle seine Motorräder selbst instand hält. »An der Drehbank stehe ich jeden Tag.«

Fredy hat viel zu erzählen. Die private Fotowand zeigt Fußballverein, Familenhund und immer wieder Motorräder

Raritäten und Schmuckstücke    

»Unter den Bikes des Ruhrpott-Schrauber befanden sich Raritäten und Schmuckstücke, etwa ein Yamaha-TD-250-Production-Racer, eine Triumph Tiger T 110, eine Phoenix von 1931, eine schlanke NSU Fox-Rennmaschine, ein Matchless 500 Chopper, ein Jap 350 Sandbahn-Renner, der von der Decke der Werkstatt baumelt, oder eine Kawasaki Vulcan. »In Urlaub? Fahr ich nicht. Hier fühl‘ ich mich wohl«, erzählte Fredy. Seit 65 Jahren fahre ich Motorräder, eine 200er Zündapp war der Anfang, es folgten eine Ariel 350 und hunderte weitere. Ich habe allein sieben Mäxe gehabt, viele Rennmotorräder, und auch eine Hayabusa«, erinnert sich der Duisburger. Sein Lieblingsmotorrad ist die Suzuki RG 500 Gamma, von der er auch ein Exemplar besitzt. »Wenn ich die richtig laufen lasse, schluckt die Gamma 25 Liter auf 100 Kilometer. Glaubt eh keiner.« 

Anzeige
CB 4/26

Die Renn-Vergangenheit

Früher ist Fredy auch Rennen gefahren. Seit 1957 zunächst Speedway, Grasbahn und Sandbahn. Er besaß die internationale Lizenz und hat bei Straßenrennen so ernsthafte Bikes pilotiert wie eine 500er Werks-Yamaha oder eine schwer frisierte Maico RS 125. »Damals habe ich den Motor schmaler geschweißt. Dazu kam das Zwischenrad raus, wodurch sich die Drehrichtung geändert hat. Dat brachte 1000 Umdrehungen«, plaudert Fredy aus seiner lebhaften Zweirad-Geschichte.

Von der Decke baumelte bei unserem Besuch ein JAP-Sandbahnrenner

1996 hat der Zweiradsüchtige dann mit klassischem Motorradrennsport angefangen. Zunächst mit einer 350er Ducati. Damals gab es jedoch nur eine Hand voll Veranstaltungen. Also schuf er als Vorsitzender eines neu gegründeten Motorsportclubs eine eigene Oldtimer-Rennveranstaltung.

Ein echter Vorreiter

»Ich war ein echter Vorreiter. Auf öffentlichen Straßen Rennveranstaltungen abzuhalten, konnte sich in Deutschland damals keiner vorstellen. Bis auf Schotten gab es sowas hier nich.« All das und noch viel mehr wurde in den Räumen des emsigen Schraubers geplant und durchgeführt. Ein wahres Motorradleben.

Anzeige
DM 5/26

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x