Träume sind oft der Anfang einer langen Reise mit ungewissem Ausgang. Dieser Eigenbau-Bobber auf Basis einer Triumph America hat den Übergang geschafft und ist Realität geworden

Am Anfang steht immer ein Traum, eine Idee oder einfach ein Gedanke. Es liegt bis zu einem gewissen Grad immer an uns selbst, ob wir Träume Wirklichkeit werden lassen, unsere Ideen umsetzen und unsere Gedanken dreidimensional werden lassen. Daniel Laufka hat seinen Traum nie aufgegeben, obwohl nicht klar war, dass er sein Ziel jemals erreichen würde.

Doch manchmal ebnet uns das Leben den Weg. Wenn wir beharrlich bleiben, ergeben sich auch Möglichkeiten. Bei Daniel war es die Gründung der eigenen Firma. Zusammen mit Bruder Markus gründet er die »BikeBrothers«, der Start in die Selbständigkeit. Fortan widmen sie sich dem Auf- und Umbau sowie der Wartung und Reparatur von Motorrädern.


Mit dem Eigenbau-Bobber hat sich Daniel Laufka von den BikeBrothers seinen Traum erfüllt

Der Traum vom Starrrahmen-Bobber wird Wirklichkeit

Für Daniel endlich die Chance, einen Schritt in Richtung Starrrahmenumbau zu machen. Er besorgt sich als Spenderfahrzeug eine Triumph America, die als Vorführer bei einem Vertragshändler steht. Der Kontakt zu Raimund von Gietl-Bikes schiebt das ganze Projekt dann erst richtig an, denn der gestandene Customizer aus der Oberpfalz hat Erfahrung mit Triumph-Motoren und Starrrahmen und passt Daniels Zodiac-Rahmen für die Motoraufnahme an.

Da für ihn nur ein Neuaufbau im Oldschool-Stil in Frage kommt, sind einige Hürden zu überwinden. Zulassungsrechtlich wird sein Triumph-Bobber das Baujahr 2016 tragen. Somit ist auch klar, dass für die Gemischaufbereitung eine Einspritzanlage untergebracht und die Euro-3-Norm eingehalten werden muss.


Gestartet wird aber elektrisch, ein Kickerpedal gibt es leider nicht

Herausforderungen ohne Ende

Schon der Tank wird zur Herausforderung, denn er soll die komplette Pumpenplatte der »America« aufnehmen, so dass keine Pumpen oder Druckregler außerhalb am Rahmen zu sehen sind. Außerdem sollen die Halterungen des Peanuttanks und das Sekundärluftventil ebenfalls aus dem Blickfeld verschwinden.

Da das Bike ohne weitere Abdeckungen auskommt, muss die Elektrik ebenfalls unauffällig verlegt werden. Teile davon packt Daniel in einen Pseudo-Öltank, der sich unterhalb des Sitzes befindet. Wer sich nun über das knallrote Handrad wundert, es hat tatsächlich eine Funktion und ist kein Zierrat. »Mit dem Handrad werden die Auspuffklappen der MCJ-Anlage verstellt. Die originale Klappenmechanik war mir zu   simpel.«


Ein Großteil der Elektrik steckt in diesem Pseudo-Öltank. Das Handrad dient zur Verstellung der Auspuffklappen

Mit viel Eigenleistung und einem vorgegebenen Budget zieht Daniel sein Projekt durch. Parallel zu seinem eigenen Aufbau entsteht ein weiterer Starrrahmen mit Triumph-Motor für einen Kumpel. Und da der TÜV von Anfang an involviert ist und über alle Umbauschritte informiert wird, ist die Endabnahme eine reine Formsache. Der Starrrahmen-Bobber bekommt die Zulassung.

Fahrspaß garantiert

Und wie fährt sich so ein Starrrahmen mit modernem Motor? Erstaunlich gut, um es kurz zu sagen. Zwar hat Daniel den Bobber auf seine Körpergröße maßgeschneidert, in Bezug auf Fußrasten, Sitzposition und Lenker, doch das passt, da wir beide ungefähr gleich groß sind. Der Sitz ist saubequem, die Sitzposition lässig, aber trotzdem fahraktiv. Zwar gehören Shinko-Reifen nicht zu den Performance-Wundern, doch sie funktionieren erstaunlich gut, zumindest im Trockenen.

Dank Federsattel gibt es so etwas wie Fahrkomfort. Optisch wirkt das, als ob der Fahrer über dem Hinterrad schweben würde

Klar, der Federungskomfort, falls man davon sprechen kann, beruht lediglich auf der Eigendämpfung des Reifens, doch einen Teil der Stöße fangen auch die Federn des Sattels ab. Das Cruisen ist dafür der totale Genuss. Der Twin bollert und erzeugt diesen charakteristischen Sound, für den die Briten-Zweizylinder so geliebt werden. Und bei jedem Gaswegnehmen feuert das Teil aus beiden Rohren, dass es einem die Härchen stellt.

»Muzzle Flashes« – Mündungsfeuer nennen es die Engländer. Daher auch der passende Name für Daniels Custombike: Muzzle Flasher. Nomen est omen, der Bobber macht verdammt viel Spaß, wenn man ihn so nimmt, wie er ist. Easy going, mit einer gesunden Dosis Lifestyle. Es lohnt sich eben doch, an seinem Traum festzuhalten.



Custombike Kurzwertung

+ klassisches und zeitloses Design
+ druckvoller Motor mit knorrigem und dumpfem Sound
+ gute Ergonomie und angenehme Sitzposition
+ gute Bremsleistung dank Scheibenbremsen

– die Shinkos sind zwar besser als ihr Ruf, schränken aber die Performance zugunsten der Optik ein
– bauartbedingt eingeschränkte Schräglagenfreiheit
– der Starrrahmen verlangt dem Fahrer auf längeren Strecken etwas Leidensfähigkeit ab


Info | www.bikebrothers.de