Japanische 80er-Jahre-Sporttourer mit reichlich Hüftgold gibt’s heute für recht kleines Geld. Als solide Basis für rüde Racer sind die luftgekühlten Fours erste Wahl – der Rest kann weg.

Hondas 750er CBX gehört sogar zu den schnittigeren Geräten der damaligen Zeit. Mit den rechteckigen Doppelscheinwerfern und dem frei liegenden Four ist der halbverschalte Sporttourer halbwegs ansehnlich – freilich nur im milden Licht der 80er Jahre betrachtet. Denn der uninspirierte Fettarsch, die dürre Spaghetti-Gabel und das ganze Plastikgeraffel sind optisch doch eher spröde .

Put your Ass in die Höh’: Das aufstellbare Monocoque wird von einem Gasdruckdämpfer in Position gehalten

Dennoch: Ein luftgekühlter 750er Reihenvierer mit rauhbeinigen 90 Horse im Rohrrahmen sind schonmal ein guter Ansatz. Dank Vergaserfütterung entfällt das ganze Einspritz­gelumpe, was dem cleanen Look sehr dienlich ist. Und den hat sie wahrlich. Was Chris Scholtka aus der 84er Honda gebastelt hat, ist schon verdammt hot. Das hotteste dabei ist ­natürlich das hochklappbare Monocoque, das dank Gasdruckstoßdämpfer in Position bleibt.


Monocoque-Eigenbau

Basierend auf dem originalen Tank dengelte der Feuerwehrmann aus Cottbus die in einem Hauch von Höcker endende Einheit in Eigenregie zusammen und ­installierte eine m.unit blue von Motogadget als digitale Steuerzentrale darunter. Jetzt gibt’s also Bluetooth, schlüsselloses starten und etliche E-Gimmicks mehr für die olle Honda.

Ein selten fesches Gerät, dieser Honda-Racer. Entstanden als Privatumbau in Cottbus

Massive Front, luftiges Heck

Das fette Heckgerippe ersetzte Chris durch einen neuen Minimal-Hilfsrahmen, der die optische ­Balance des Motorrads stark Richtung Triebwerk verschiebt. Monoshock, Gabel und Bremsen stammen von einer Yamaha R1, was einiges an Arbeit nach sich zog. Schließlich wollte er die 16/18-Zoll-Radkombination der Honda beibehalten und trotzdem ­astreine Fahrbarkeit sicherstellen.
Maximum Respekt für diesen ­Umbau, der bis auf die Lackierung in Eigenarbeit entstand.