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TUX Customs aus Norwegen hat im Kundenauftrag eine Honda CB 1100F zu einem echten Spitzenkaffee veredelt.

Die Honda CB 1100F Super Bol d‘Or ist eine Ikone der 80er Jahre und zweifelsohne ein Supernakedbike, wie man diese Kategorie heute bezeichnet. Der 1100er-Motor leistet rund 100 PS, bedingt durch die freiwillige Selbstbeschränkung der Hersteller zu jener Zeit. Heute sind gut erhaltene Gebrauchte begehrt und werden für entsprechende Summen gehandelt. Bei Customizern werden sie gerne als Umbaubasis für potente Cafe Racer herangezogen.  

Tux Customs übernahm den Auftrag von einem anderen Customizer

Für TUX Customs aus Oslo kam der Auftrag zum Umbau mehr durch Zufall. Die kleine norwegische Schmiede mit dem großen Herz und dem noch größeren Interesse für kreative Motorradumbauten übernahm den Kundenauftrag von einem anderen Customizer, der plötzlich keine Zeit für das Projekt hatte: »Der Kunde wollte ursprünglich eine Kopie der Classified Moto Honda CB 750. Für mich persönlich war das aber eher uninteressant, einfach nur eine Kopie abzuliefern, also musste ich den Kunden davon überzeugen wenigstens ein paar andere Lösungen ins Auge zu fassen«, so Øyvind Caspar, der Inhaber von Tux Customs. Und eine bestand schon mal darin, auf jeden Fall Speichenräder statt Gussfelgen zu verwenden.

Feine Aluminium-Parts und Speichenräder von Kineo werten das ehemalige Supernakedbike deutlich auf

Kineo ist natürlich eine exklusive und nicht ganz billige Wahl, doch nach einigen Diskussionen entscheidet sich der Kunde, das Motorrad so schlicht wie möglich zu halten, nur feinste Teile zu verwenden, ohne Rücksicht auf die zu erwartenden Kosten. Mit solchen Freiheiten ausgestattet macht sich Øyvind ans Werk, implantiert die Gabel einer Yamaha R6 und die Einarmschwinge einer Ducati Multistrada 1000 DS.

Honda CB 1100F – Schwinge ist breiter als der Rahmen

Der Umbau gestaltet sich aufwendig, da die Schwinge gut einen Zentimeter breiter als der Rahmen ist. Nach eingehenden Vermessungen wird an der Schwingenaufnahme Material abgetragen, neue Lager angefertigt und alles exakt eingepasst. »Schwieriger war die Platzierung des Federbeins. Bis ich die richtige Positionierung ausgemessen hatte und endlich die Halterungen an den Rahmen schweißen konnte, ist schon ein bisschen Zeit vergangen. Und ehrlich gesagt, war ich bis zum Schluss etwas nervös, bis das Motorrad endlich wieder auf den Rädern stand. Doch es hat alles genau gepasst.«

Die Gabelbrücke ist eine Sonderanfertigung und wurde mit einer Aussparung versehen, um das Multi- funktionsinstrument darin unterzubringen. Damit bleibt der Vorderbau sehr clean

Auch der Motor muss sich einer gründlichen Überarbeitung unterziehen. Der Hubraum wird minimal auf 1170 Kubik angehoben, die Verdichtung auf 12:1 erhöht und die Kurbelwelle feingewuchtet, Wiseco-Kolben und Carilli-Pleuel ersetzen die Originalteile. Øyvind rechnet nach Abschluss aller Einstellungsarbeiten am Motor mit einer Hinterradleistung von respektablen 130 PS. Genügend Dampf für die ehrwürdige Honda.

Natürlich bekommt die Honda von TUX Customs eine Straßenzulassung

Aber auch bei der Lackierung muss er Überzeugungsarbeit leisten. »Ich habe den Kunden inständig gebeten bei der Originallackierung zu bleiben. Schließlich hat er zugestimmt. Und in Kombination mit den neuen Teilen sieht das alte Farbschema hervorragend aus.« 

Der Umbau auf eine Ducati-Einarmschwinge ist ein echtes Highlight. Dominiert am Original doch üblicherweise eine Zweiarmschwinge mit Stereofederbeinen. Damit ist der Blick entgültig frei auf die Speichenräder mit der Zentralmutter

Natürlich bekommt die TUX Customs-Honda eine Straßenzulassung: »Wir haben in Norwegen eine ähnliche Prüforganisation wie den deutschen TÜV. Wenn die ihren Segen gibt, ist alles in Ordnung. Dann wird die Honda auf die Straße losgelassen.«

Info | www.tuxcustoms.no