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Ben Ott hat sich in den vergangenen Jahren als Fotograf und Szenegänger einen Namen im Custombusiness gemacht. Und wie ihr Besitzer hat auch seine Harley-Davidson Ironhead Sportster schon einige Evolutionsstufen durchlaufen.

Ein Motorrad als Arbeitsgerät? Ja klar, das gibt es. Denn wer lässige Fahraufnahmen und dergleichen mitten aus der Szene machen will, macht das am besten mit zwei Rädern unterm Arsch und nicht windschief aus einem Auto hängend. So sind vielleicht am Ende die Mid Controls das wichtigste Teil an der Harley von Ben Ott, denn während der Fahrt, auf den Rasten stehend, hat er schon das ein oder andere richtig gute Bild rausgehauen. Versucht das mal mit einer Vorverlegten.

Einige Jahre hält das Gerät nun schon für harte Ritte her

Auch sonst hat sich Bens Ironhead mit ihrem Besitzer verändert. Machen, was man will, sich treu bleiben – auch wenn sich das äußere Erscheinungsbild hier und da mal ändert. Einige Jahre hält das Gerät nun schon her, für alltägliche Touren und Fotofahrten, immer die Hand am Gas, Ben gehört eher zu den wilden Fahrern. Auch einen schweren Unfall im haben beide am Ende gut überstanden – und weiter geht’s.

Saubere Technik für straightes Fahren: Der Ironhead-V2 wurde verstärkt, der Rahmen gecleant

Mit den Jahren präsentierte Ben seine »Iron Devil« immer wieder in verschiedenen Designs. Mal waren es unterschiedliche Ledersättel, mal gab’s eine Sissybar, mal nicht und auch an den Tankdesigns durften sich schon einige austoben, von Meister Chiko bis hin zur Lackkoryphäe Ingo Kruse, der auch für die aktuelle Lackierung mit klassischen Flammen verantwortlich zeichnet. 

Harley-Davidson Ironhead Sportster – Thunderbike

Da Ben besser fotografieren als schrauben kann, holt er sich für die technische Seite die richtigen Männer ins Boot. Und die kommen in seinem Fall von Thunderbike. Wäre auch Quatsch, das anders zu machen, denn immerhin war Ben einige Jahre maßgeblich für die Außendarstellung des Harley-Riesen vom Niederrhein zuständig, fotografierte, filmte und betreute alles, was in Hamminkeln so passierte. 

Ein bisschen Schwund ist immer: Die Fußraste an Bens Bike kann ein paar schöne Kurvengeschichten erzählen

Das Grundgerüst aus Ironhead-V-Twin und Rahmen wurde nach den Vorstellungen des Besitzers aufbereitet. So wurde das Kernstück, der 1978er Motor, von Mechaniker Reiner an dessen Zylinderköpfen auseinandergefräst und mit Kupferstreben verstärkt. Der Rahmen wurde gecleant und die hintere Schwinge besitzt jetzt eine umgekehrte Radaufnahme, sodass das Rad von oben eingesetzt wird. »Was keinen großen Nutzen hat «erzählt Ben grinsend, »aber ich mag es einfach, Dinge anders als andere zu machen.«

Ein NSU-Quickly-Tank dient als Öl-Reservoir

So kommt es auch, dass ein alter NSU-Quickly-Tank sein neues Dasein als Öltank fristet. Der in ein Messinggehäuse eingefasste Tacho sitzt leicht versteckt an der oberen Gabelbrücke, die Auspuffrohre sind umwickelt, alles wirkt doch sehr used. Und versteckt ziemlich gut, dass hier eine Fahrmaschine steht, die durchaus auch mit edlen Teilen punkten kann. Kustom-Tech-Armaturen zum Beispiel oder motogadget-Instrumente, die handgefertigte Sitzbank und die versteckte Elektrik. 

Unter dem schlichten Look der Sportster verbirgt sich eine saubere und ordentliche Technik – und die wird immer wieder hart ausgetestet

Die letzte Evolutionsstufe der »Iron Devil« dürfte trotzdem kaum erreicht sein. Ein kreativer Kopf wie Ben ruht selten, da darf es sein Bike auch nicht. Neues Outfit vorprogrammiert.