BMW-Boxer-Umbauten gab es in den letzten Jahren viele. Besonders aufgeräumt präsentierte sich dabei die BM R 80 von MB Cycles aus Heidelberg

Wir wissen nicht, wer von euch als Kind mit einem Playmobil-Motorrad gespielt hat. Neben dem leer geräumten Rahmen und dem optischen Klotz von Motor im Zentrum bleibt bei dieser BMW R 80  – wie beim Spielzeug – nicht viel mehr als der Lenker, ein Sitz und zwei Räder.

Kürzer kann eine Auspuffanlage kaum sein. Zwischen den beiden Dämpfern aus dem Fundus von Marcus Walz versteckt sich die Batterie

Eine Feststellung, die hier wohlgemerkt in höchster Anerkennung getroffen wird, zeigt dieser Minimalismus doch, wie wenig ein Motorrad zum Fahren braucht. Und genau das wollte Customizer Martin Becker auch bauen: ein einfaches Bike, reduziert aufs Nötigste und leicht im Umgang. Zwar hat sich Martin schon länger auf Harleys spezialisiert, das heißt aber nicht, dass er anderen Marken gänzlich die kalte Schulter zeigt. So brachte seine renommierte Heidelberger Zweiradmanufaktur auch schon Yamaha XS, BMW R 18 oder Suzuki GS hervor.

BMW R 80 für jeden Tag

Während andere ihre BMW-Umbauten darauf auslegten, auch mal Rennen zu fahren, hielt es der Heidelberger anders. Die BMW R 80 sollte eher dafür herhalten, mal zum See zu fahren oder Besorgungen zu machen. Um sie handlicher zu kriegen, kürzte Martin die Gabel und entwarf einen neuen Heckrahmen, dessen geschwungenes Rohr die StVZO-Beleuchtung aufnimmt. Die Sitzbank scheint überm Rahmendreieck zu schweben.

BMW R 80 „Brat Racer“

Das flache Sitzpolster sorgt dabei nicht nur für diese schwerelose Seitenansicht, sondern reduziert auch die Sitzhöhe. Der viel zu mächtige Originaltank wich einem Kleinbehälter von jenseits der deutsch-österreichischen Grenze.

Fast unsichtbare Batterie

Seine kompakte Optik verdankt der Brat Racer auch der unterm Getriebe versteckten Batterie. Unsichtbar schmiegt sie sich zwischen die beiden Schalldämpfer der stark
gekürzten Auspuffanlage.

Info | mbcycles.de

 

 

Thomas Kryschan
Redakteur bei CUSTOMBIKE

Thomas Kryschan, fährt ab seinem vierten Lebensjahr zunächst Zweitakter jeden Hubraums, bevor er für anderthalb Jahrzehnte in die vierzylindrige Streetfighterszene abtaucht. Beseelt vom Umbauvirus, identifiziert er Spender und Baujahr jedes Anbauteils. Erst beim Huber Verlag tauscht er seine Schraubenschlüssel zeitweilig gegen Schreibgerät.